Mein Baby schläft nicht durch

Thema

Schlaftraining hilft

Einige Eltern wissen sich kaum noch Rat, wenn ihr Baby nachts nicht durchschläft. Aber auch Säuglinge mit schlechten Schlafgewohnheiten können innerhalb von zwei Tagen bis zwei Wochen lernen, durchzuschlafen. Sie brauchen nur etwas Unterstützung von ihren Eltern und einen Plan. 

Gerade Eltern von etwas älteren Babys verzweifeln langsam: Das Kind findet nachts einfach nicht wieder allein in den Schlaf. Ein Grund dafür könnte sein, dass es beim Aufwachen das Gefühl, dass ihm etwas fehlt. Es schreit dann solange, bis die Eltern seine gewohnten Einschlafbedingungen wieder herstellen. Mit anderen Worten: Wenn das Baby nachts mehrmals aufwacht und nicht mehr von allein einschlafen kann, weil es seine Einschlafhilfen braucht, stören genau diese lieb gemeinten Hilfsmittel den Babyschlaf.

Überlegen Sie sich deshalb, welche Einschlafgewohnheiten Ihr Kind hat:

  • Was braucht Ihr Baby zum Einschlafen (Schnuller, Brust, Schaukeln etc.)?
  • Wann braucht es diese Einschlafhilfen (am Tag, abends, nachts)?
  • Wie oft wacht Ihr Baby nachts auf und schreit?

Wenn der Säugling nachts nicht durchschläft und ohne eine oder mehrere Einschlafhilfen nicht mehr weiterschlafen kann, heißt das, das die Einschlafhilfen mit den Schlafproblemen zu tun haben.

 

Einschlafhilfen im Check

 

  • Schnuller
    • Ungünstige Einschlafhilfe:
      Wenn ein Baby nur mit Schnuller einschlafen kann, ihn aber nach nächtlichem Aufwachen von alleine nicht wiederfindet, schreit es solange, bis ihm jemand seinen Schnuller gibt. Der Säugling ist also immer auf fremde Hilfe angewiesen, weiterzuschlafen zu können.

      • Maßnahmen:

In diesem Fall können Eltern den Schnuller entweder gleich ganz weglassen (schon nach wenigen Tagen hat das Baby seine geliebte Einschlafhilfe vergessen) oder mehrere Schnuller im Bett platzieren, damit das Kind nachts den Schnuller allein schnell findet. Ebenfalls könnte ein ‚Schnullertuch’ helfen, an welchem man den Schnuller befestigen kann, um ihn nachts besser zu finden.

  • Günstige Einschlafhilfe:
  • Sobald das Baby den Schnuller alleine benutzen kann, also niemanden mehr aus dem Bett holt, um einschlafen zu können, wird daraus eine günstige Einschlafhilfe.
  • Um die Selbstständigkeit des Babys zu fördern, können Eltern ihrem Kind auch den Schnuller schon frühzeitig in die Hand geben. Wenn das Baby etwa neun Monate alt ist, weiß es, damit umzugehen.
  • Körperkontakt
    • Ungünstige Einschlafhilfe:

Kleine Kinder schlafen nur ein, wenn sich Papa oder Mama mit zu ihnen ins Bett legen, Händchen halten oder sie bei ihren Eltern im Bett liegen können. Manche Elternteile campieren auch auf einer Matratze vorm Kinderbettchen, um ihrem Liebling das Einschlafen zu erleichtern. Wacht das Baby allerdings nachts auf und Mama oder Papa sind weg, schreit es solange, bis die ursprüngliche Einschlafsituation wieder hergestellt ist.

  • Maßnahmen:
    Um die Situation zu ändern, sollten Eltern ihre Kinder nicht mehr bei sich im Bett gewohnheitsmäßig schlafen lassen und sich auch nicht mehr zu ihnen ins Bettchen oder auf eine Matratze davor legen. Nach ein paar Tagen der Umstellung wird das Baby in der Lage sein, alleine einzuschlafen, was sowohl Kind als auch Eltern zugutekommt.
  • Auf den Arm nehmen
    • Ungünstige Einschlafhilfe:

Die Kinder haben sich daran gewöhnt, dass ihre Eltern sie zu jeder Tages- und Nachtzeit lange herumtragen, bis sie einschlafen. Eltern bringt das an den Rand der Erschöpfung, vor allem, wenn sie nachts mehrmals aufstehen müssen, um ihren Säugling manchmal bis zu zwei Stunden auf dem Arm zu halten.

  • Maßnahmen:

Das Baby muss lernen, einzuschlafen, ohne davor auf den Arm genommen oder herumgetragen zu werden. Nach ein paar schwierigen Tagen schaffen die meisten Babys diese Umstellung.

  • Fläschchen oder Brust geben
    • Ungünstige Einschlafhilfe:

Oft braucht ein Baby zum Einschlafen mehr als nur Körperkontakt zu den Eltern. Es hat Hunger, Durst und will aus dem Fläschchen oder an der Brust trinken. Manche Kinder nuckeln auch nur an der Mutterbrust oder an der Flasche. Das Saugen ist ihre Einschlafhilfe.

  • Maßnahmen:
    • Ein Säugling ab fünf oder sechs Monate braucht keine nächtliche Mahlzeit mehr. Sie kann sofort oder schrittweise weggelassen werden. Bei zweijährigen Kindern, die nachts noch Fläschchen bekommen, werden können diese sofort weggelassen werden. Die Kleinkinder gewöhnen sich innerhalb weniger Tage um und trinken dann tagsüber mehr.
    • Säuglingen, die jünger als ein halbes Jahr sind, muss peu à peu das nächtliche Essen und Trinken abgewöhnt werden. Meist reicht dafür eine Woche. Um unterscheiden zu können, ob ein Baby vor Hunger schreit oder nicht einschlafen kann, sollte die Mutter ihr Kind abends immer getrennt vom Einschlafen stillen. Wenn das Baby nachts weint, wird es sofort angelegt. Dabei ist es wichtig, alle ein bis zwei Tage die Stillzeit um eine Minute zu verkürzen. Stillzeiten unter drei Minuten können gestrichen werden, da sie das Baby eher durcheinander bringen.
    • Babys, die die Flasche bekommen, wird auf ähnliche Art und Weise das nächtliche Trinken abgewöhnt: Wenn der Säugling in der Nacht schreit, bekommt er sofort sein Fläschchen. Aber alle ein bis zwei Tage sind 10 bis 20 Milliliter weniger drin. Wenn nur noch wenig Flüssigkeit im Fläschchen ist, kann es ganz weggelassen werden.
    • Ob die frühe Morgenmahlzeit weggelassen werden soll oder nicht, hängt von Eltern und Kind ab. Manche Kinder schlafen nach dem frühen Essen und Trinken noch einmal sehr gut. Allerdings könnten sie das auch ohne die frühe Mahlzeit.
    • Wenn der Säugling nur an Brust und Flasche nuckelt, hat er keinen Hunger, sondern braucht das Saugen nur als Einschlafhilfe. Das heißt, hier können die Eltern Flaschegeben und Stillen getrost weglassen.

 

  • Stundenlang schaukeln, herumfahren, spielen, Spieluhr immer wieder aufziehen …
    • Ungünstige Einschlafhilfe:

Auch diese Einschlafhilfen rauben den Eltern ihre Kräfte. Manchmal gibt sich das kleine Baby nur mit mehreren Einschlafhilfen zufrieden.

  • Maßnahmen:

Hier hilft nur Entzug, denn Mama und Papa werden es auf Dauer kaum durchhalten, ihr schreiendes Baby nachts stundenlang mit dem Kinderwagen durch die Gegend zu schieben oder mit dem Auto umherzufahren. Auch dem Baby ist damit gedient, denn es wird lernen, ohne fremde Hilfe einzuschlafen. Die Umstellung dauert ein paar Tage, aber viele Babys gewöhnen sich sehr schnell an die neuen Schlafgewohnheiten.

 

Nicht empfehlenswert: Schreien lassen

Experten raten Eltern davon ab, ihr Baby schreien zu lassen. Einerseits können die kleinen Kinder dadurch Verlust- und Trennungsängste erleiden. Andererseits halten auch die meisten Eltern nicht durch, ihr Baby solange schreien zu hören. Irgendwann gehen sie doch an sein Bettchen und gewähren ihm genau die Einschlafhilfe, die sie ihm abgewöhnen wollten. Nach mehreren Stunden Schreizeit sind dann Eltern und Kind fix und fertig. Und das Baby lernt, dass sich langes Schreien lohnt.

Beim Schlaftraining protestieren die Kleinen natürlich auch, denn so einfach möchten sie ihre Gewohnheiten nicht umstellen. Doch sie werden von ihren Eltern nie allein gelassen. Sie bekommen von ihnen genau das, was sie brauchen – aber nicht unbedingt das, was sie wollen. Mithilfe eines konsequenten Schlaftrainings schlafen die Babys meist schon innerhalb weniger Tage durch.