Mein Baby schläft nicht richtig

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Das Baby schläft zu spät ein, wacht zu früh auf und liegt nachts wach

Obwohl sechs Monate alte Babys schon einen ausgereiften Schlafrhythmus haben, leiden nicht wenige Säuglinge an Schlafstörungen: Das Baby schläft zu spät ein, wacht zu zeitig auf oder liegt nachts lange wach. Finden Sie heraus, welche Gründe dieses Schlafverhalten hat und was Sie tun können, damit Ihr Baby besser schläft.

Kinder haben Schlaffenster, das heißt, Zeiten, zu denen sie müde sind und einschlafen können. Bei einem Neugeborenen öffnet sich dieses Fenster etwa alle 90 Minuten. Nach Überschreiten des Zeitpunktes werden Kinder wieder munter und drehen richtig auf – um nach einer Stunde noch müder zu sein als vorher. Spätestens jetzt ist es Zeit, den Säugling ins Bett zu bringen; manche Kids schlafen sogar besser in der zweiten Müdigkeitsphase ein als nach dem ersten Müdigkeitsanfall. Eltern sollten ihr Kinde deshalb ein paar Tag lang beobachten, um herauszubekommen, wann die beste Schlafenszeit ist.

Anzeichen von Übermüdung können sein:

  • Gähnen
  • Am Daumen oder Schnuller lutschen
  • Grimassen, starrer Blick, Stirnrunzeln
  • Weinen, Quengeln
  • Reiben der Augen oder Ohren
  • Ballen der Fäustchen
  • Steifmachen
  • Weniger oder unkoordinierte Bewegungen
  • Kein Interesse mehr an Umgebung
  • Abwenden des Gesichts 

 

Baby schläft zu spät ein

Auch manche Babys sind schon kleine Nachteulen: Zur Einschlafzeit ist von Müdigkeit keine Spur, obwohl die Eltern kaum noch die Augen aufhalten können. Für das lange Wachsein des Säuglings gibt es verschiedene Gründe, zum Beispiel:

  • Baby schläft morgens zu lange
  • Der Abstand zwischen letzem Tages- und Nachtschlaf ist zu kurz (optimal sind hier 4 Stunden)
  • Baby verbringt zu viel Zeit im Bett, ohne zu schlafen

Was hilft?

  • Aufwecken am Morgen
  • Kein später Tagesschlaf (es sollten mindestens vier Stunden zwischen Tagesschläfchen und Einschlafen nachts liegen)
  • Baby erst zur Schlafenszeit ins Bettchen legen
  • Herausfinden, ob das Baby besser mit Geräuschen oder in ruhiger Umgebung einschläft
  • Einschlafrituale, die nicht zu lange dauern (z.B. Spieluhr, Musik)
  • Feste Einschlafzeiten
  • Fester Einschlafort
  • Babybad vorm Einschlafen

Probieren Sie es doch mal mit einem Gute-Nacht-Bad.

Baby wacht zu früh auf

Wenn Ihr Baby immer sehr früh aufwacht, kann es durchaus ein echter Frühaufsteher sein. Das finden Sie nach Umstellung von Sommer- auf Winterzeit heraus. Falls Ihr Baby trotz einer Stunde weniger Schlaf weiter früh aufwacht, ist es ein echter Frühaufsteher. Dann sollten Sie ihm einfach abends eine Stunde mehr Schlafzeit gönnen, denn ändern können Sie es sowieso nicht.

Weitere Ursachen für zu zeitiges Aufwachen, zum Beispiel:

  • Baby wird zu früh hingelegt und wacht dementsprechend auch immer zu früh auf.
  • Kind hat „gelernten Hunger“, das heißt, es hat sich zum Beispiel daran gewöhnt, frühmorgens um fünf gefüttert zu werden.
  • Baby holt schon ein paar Stunden nach dem Aufstehen seinen fehlenden Nachtschlaf nach.
  • Baby wacht früh auf, weil es Geräusche in der Wohnung hört, zum Beispiel wenn jemand aus der Familie früh aus dem Haus gehen muss. Säuglinge reagieren morgens empfindlicher auf Geräusche als beim Einschlafen, da sie zu dieser Uhrzeit schon zu mehrere Wachphasen erleben und ihr Schlafbedürfnis größtenteils gestillt ist. Einige Babys haben dann Probleme, noch einmal einzuschlafen.

Was hilft?

  • Babys, die zu früh aufwachen, werden später ins Bett gelegt. Es dauert ungefähr 14 Tage, bis das Kind später aufwacht.
  • Bei „gelerntem Hunger“ sollten Sie das Baby, wenn es aufwacht, aus seinem Bettchen nehmen, aber es erst etwas später füttern.
  • Falls Ihr Kind am Vormittag fehlenden Nachtschlaf nachholt, ist es hilfreich, den Tagesschlaf hinauszuzögern.
    • Hält der Säugling zwei Schläfchen tagsüber ab, zögern Sie den Vormittagsschlaf hinaus.
    • Schläft es nur noch einmal am Tag, bringen Sie das Kind am besten nicht vor Mittag ins Bett.
  • Falls Ihr Baby durch Geräusche wach wird und nicht mehr einschlafen kann, stehen Sie zusammen mit ihm auf oder nehmen Sie es noch ein Stündchen zu sich mit ins Bett.

 

Baby liegt nachts lange wach

Aber auch langes Wachliegen in der Nacht ist ein Problem für Eltern und Kind. Ähnlich unwohl wie Erwachsene, die lange schlaflos im Bett liegen, werden sich auch Kinder fühlen, die nicht mehr einschlafen können. Falls Ihr Baby dieses Problem hat, sollten Sie herausfinden, wie viele Stunden pro Nacht Ihr kleiner Liebling nicht schlafen kann. Wenn Sie nach Bilden eines Durchschnittswertes von mehreren Tagen auf über eine Stunde pro Nacht kommen, in der Ihr Baby wach liegt, ist der Schlaf-Wach-Rhythmus Ihres Säuglings gestört.

Checken Sie in diesem Fall zuerst, wie viele Stunden Ihr Baby nachts schläft und wie viel Zeit es insgesamt im Bett verbringt. Wenn ihr Kleines noch nicht weiß, dass es nachts schlafen soll, sollte es sich nur zum Schlafen im Bett aufhalten. Das heißt, nachdem Sie die Schlafdauer in etwa errechnet haben, lassen Sie Ihr Baby nur so lange im Bett, wie es auch wirklich schläft.

Kinder, die nachts länger wach sind und den fehlenden Schlaf mittags nachholen, können lernen, in der Nacht länger zu schlafen: Dazu muss nur der Mittagsschlaf gekürzt und das Baby morgens eher geweckt werden.

Auch wenn es den Eltern schwerfällt, sollten sie bei Schlafstörungen konsequent sein und ihr Kind früh oder nach dem Tagesschlaf aufwecken und nicht einfach weiterschlafen lassen. Nach wenigen Wochen haben sich die Babys normalerweise an den neuen Schlafrhythmus angepasst.

Für Nachteulen, die lange wach liegen, finden sich ebenfalls Lösungen. Zum Beispiel können Eltern ihr Kind anfänglich sehr spät schlafen legen und dann die Bettzeit langsam weiter nach vorne verlege. Auch das Mittagsschläfchen sollte zeitlich begrenzt werden. Denn auch hier gilt: Bettzeit bedeutet Schlafzeit.

 

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