Schlafphasen

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Schlafphasen

Nachdem lange davon ausgegangen wurde, dass Schlaf eine Erholungsphase sei, bei der das Gehirn einfach „ausgeschaltet“ ist, fanden zwei amerikanische Schlafforscher in den 1950er-Jahren etwas anderes heraus: Es gibt zwei unterschiedliche Schlafarten: den Nicht-REM-Schlaf und den REM-Schlaf („REM“ bedeutet „Rapid Eye Movement“), auch Tiefschlaf und Traumschlaf genannt. Mithilfe von Messungen und Analysen der Gehirnströme, Muskelaktivität und Augenbewegung sind die verschiedenen Schlafphasen zu erkennen.

So ist der REM-Schlaf durch schnelle salvenartige horizontale Augenbewegungen, eine Lähmung der Muskulatur, hohe Gehirnaktivität und gelegentliche Zuckungen gekennzeichnet. Menschen reagieren ähnlich, wenn sie während des Traumschlafes geweckt werden. Je nachdem, was sie gerade geträumt haben, wachen sie schneller oder etwas langsamer auf und können sich an ihren Traum erinnern.

Werden sie allerdings in der Tiefschlafphase geweckt, fällt ihnen das Erwachen schwer und sie haben meist Probleme, sich an ihren Traum zu erinnern. Beide Schlafarten, die sich mehrmals pro Nacht abwechseln, sind entscheidend an der Langzeitspeicherung von Gedächtnisinhalten beteiligt.

Ruhiger Tiefschlaf (Nicht-REM-Schlaf)

Frühgeborene: 20 Prozent der Schlafzeit
Neugeborene (voll ausgetragen): 50 Prozent

Dreijähriges Kind: zwei Drittel der Schlafzeit
Erwachsener: drei Viertel der Schlafzeit

Der Tiefschlaf setzt sich aus vier Stufen zusammen, wobei diese erst bei Babys ab dem sechsten Lebensmonat voll ausgereift sind. Das bedeutet auch, dass Gehirn und Schlafmuster dieser Säuglinge schon so weit entwickelt sind, dass sie wie Erwachsene neun bis zehn Stunden ohne Unterbrechung durchschlafen können. Ist ein kleines Baby allerdings im Tiefschlaf angelangt, wacht es nur sehr schwer auf.

Stufen des Tiefschlafes:

Stufe 1

Nach dem Einschlafen

Stufe 2
Ruhigere Atmung

Stufe 3 & 4

  • Atmung ist sehr ruhig
  • Herz schlägt gleichmäßig
  • Gehirn kommt zur Ruhe
  • Muskeln erhalten nur wenige Impulse vom Gehirn
  • Schlafender bewegt sich kaum
  • Eventuell beginnt er/sie zu schnarchen
  • Schlafender wird nur schwer wach
  • Wenn jemand aus dieser Schlafphase gerissen wird, ist er/sie erst einmal durcheinander und muss sich wieder in der Realität zurechtfinden

Traumschlaf (REM-Schlaf)

Frühgeborene: 80 Prozent der Schlafzeit
Neugeborene (voll ausgetragen): 50 Prozent

Dreijähriges Kind: ein Drittel der Schlafzeit
Erwachsener: ein Viertel der Schlafzeit

Im Gegensatz zu den älteren Kindern fällt ein neugeborenes Baby nach dem Einschlafen zuerst in den REM-Schlaf. Ab dem dritten Monat ändert sich das, und die Säuglinge fallen zuerst in den Tiefschlaf.

  • Nach zwei bis drei Stunden: Wechsel in Traumschlaf
  • Schnelle Bewegung der Augen hinter den Lidern (Rapid Eye Movement)
  • Ungleichmäßige, heftige Atmung
  • Schneller, ungleichmäßiger Herzschlag
  • Aktives Gehirn
  • Muskeln ruhiggestellt
  • Eventuelle Zuckungen in Gesicht und Händen (von Traum abhängig)
  • Schlafender träumt und erholt sich
  • Beim Aufwachen könnte er/sie den letzten Traum erzählen